Manuelle Therapie: Warum aktive Therapie entscheidend ist
- Johann Anton
- 17. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit

Die Manuelle Therapie ist ein fester Bestandteil der modernen Physiotherapie und wird häufig eingesetzt, um Schmerzen zu lindern und Bewegungseinschränkungen zu verbessern. Dennoch zeigt die Praxis, dass passive Maßnahmen allein selten ausreichen, um Beschwerden langfristig zu verändern. Nachhaltige Ergebnisse entstehen erst dann, wenn die Manuelle Therapie gezielt mit aktiver Therapie kombiniert wird.
Im Therapiepunkt Köln verstehen wir Manuelle Therapie deshalb als Grundlage für einen aktiven, funktionellen Therapieprozess.
Physiotherapeutische Befundung als Basis der Manuellen Therapie
Am Anfang jeder manuellen Behandlung steht eine ausführliche physiotherapeutische Befundung. Ziel ist es, funktionelle Ursachen von Schmerzen zu erkennen. Dabei beurteilt der Therapeut unter anderem, ob Gelenke ausreichend zentriert sind, ob Bewegung frei und kontrolliert abläuft oder ob kompensatorische Muster vorliegen.
Häufig zeigen sich Bewegungseinschränkungen nicht aufgrund struktureller Schäden, sondern durch ungünstige Bewegungsgewohnheiten. Manuelle Techniken können helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und Spannungen zu reduzieren. Entscheidend für den Therapieerfolg ist jedoch die anschließende aktive Phase.
Warum passive Manuelle Therapie allein nicht ausreicht
Mobilisationen, Dehnungen oder lösende Techniken können akute Beschwerden lindern und dem Körper kurzfristig mehr Bewegungsfreiheit geben. Ohne aktive Therapie greift der Körper jedoch schnell wieder auf alte Bewegungsmuster zurück.
Diese Muster sind im Nervensystem gespeichert und betreffen alle an der Bewegung beteiligten Strukturen – von Muskeln und Gelenken bis hin zu Faszien. Wird dem Körper nach einer passiven Behandlung keine neue Bewegungsinformation angeboten, kehren Schmerzen und Funktionseinschränkungen häufig zurück.
Aktive Therapie: Neue Bewegungsmuster für den Alltag
Damit Manuelle Therapie langfristig wirkt, muss der Körper lernen, sich anders zu bewegen. Genau hier setzt die aktive Therapie an. Durch gezielte Übungen erhält das Nervensystem neue Informationen darüber, wie Bewegungen sicher, effizient und gelenkschonend ausgeführt werden können.
Dabei steht nicht isoliertes Muskeltraining im Vordergrund, sondern funktionelle Bewegungen, die sich direkt auf den Alltag übertragen lassen. Ziel ist es, die Bewegungsqualität zu verbessern und zukünftige Belastungen besser zu bewältigen.
Bewegungsgewohnheiten verändern – ein langfristiger Prozess
Bewegungsmuster sind Gewohnheiten, die sich über Jahre entwickeln. Studien zeigen, dass es mehrere Wochen dauert, bis neue Bewegungsabläufe automatisiert werden. Entscheidend ist nicht die Intensität einzelner Einheiten, sondern die regelmäßige Wiederholung.
Kurze, gezielte Übungen – zum Beispiel täglich nach dem Aufstehen – unterstützen den Körper dabei, neue Bewegungsstrategien dauerhaft zu verankern. Erst durch diese Wiederholung wird das neue Bewegungsmuster für den Körper selbstverständlich.
Aktive Mitarbeit als Schlüssel zum Therapieerfolg
Nachhaltige physiotherapeutische Behandlung erfordert aktive Mitarbeit. Der Therapeut analysiert, behandelt und leitet an, doch die eigentliche Veränderung findet im Alltag statt. Deshalb ist es wichtig, dass Übungen verständlich, praktikabel und realistisch sind.
Je besser Übungen in den Tagesablauf integriert werden können, desto größer ist die Chance, dass sich Bewegungsgewohnheiten dauerhaft verändern.
Fazit: Manuelle Therapie braucht aktive Ergänzung
Die Manuelle Therapie ist ein wirksames Instrument der Physiotherapie. Ihre volle Wirkung entfaltet sie jedoch nur in Kombination mit aktiver Therapie. Durch präzise Befundung, gezielte manuelle Techniken und konsequentes Bewegungstraining lassen sich Schmerzen nicht nur reduzieren, sondern Bewegungsfunktionen nachhaltig verbessern.
Im Therapiepunkt Köln steht deshalb immer das Ziel im Fokus, Patient:innen langfristig zu mehr Beweglichkeit, Stabilität und Belastbarkeit zu verhelfen.


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