Elektrotherapie in der Physiotherapie - Wirkweise und Zielgruppe
- Johann Anton
- 12. Dez. 2025
- 1 Min. Lesezeit

Die Elektrotherapie ist ein medizinisch anerkanntes Verfahren, das in der Physiotherapie zur Schmerzlinderung, Muskelaktivierung und Förderung der Heilungsprozesse eingesetzt wird. Über kleine Elektroden auf der Haut werden elektrische Impulse in das Gewebe geleitet. Diese beeinflussen Nerven, Muskeln und die Durchblutung – präzise dosiert und individuell an jede Patientin und jeden Patienten angepasst.
Elektrische Stimulation kann körpereigene Mechanismen aktivieren, die Schmerzen reduzieren, Entzündungen beruhigen und muskuläre Funktionen verbessern. Gleichzeitig wird der Stoffwechsel im behandelten Bereich angeregt, wodurch Regenerationsprozesse unterstützt werden. Die Therapie ist nicht invasiv, gut verträglich und lässt sich ideal mit aktiven Maßnahmen der Physiotherapie kombinieren.
Elektrotherapie in der Physiotherapie: Stromarten einfach erklärt
TENS - Schmerzlinderung durch Reizstrom
TENS („Transkutane Elektrische Nervenstimulation“) wirkt vor allem auf die Schmerzwahrnehmung. Die elektrischen Impulse überlagern Schmerzsignale oder fördern die Ausschüttung von Endorphinen.
Einsatz: Rückenschmerzen, Arthrose, muskuläre Verspannungen, Nervenschmerzen.
EMS - Muskelstimulation
EMS („Elektro-Muskel-Stimulation“) aktiviert gezielt Muskeln, die geschwächt sind oder aufgrund von Schmerzen nicht richtig arbeiten.
Die Impulse führen zu einer sanften Muskelkontraktion – ähnlich wie bei Training, nur unterstützt durch Strom.
Einsatz: Muskelaufbau, Stabilisation, nach Operationen oder Verletzungen.
Mittelfrequente Ströme – tiefer, entspannender Effekt
Diese Ströme dringen etwas tiefer ins Gewebe ein und können gut gegen Verspannungen, Durchblutungsstörungen oder chronische Reizzustände wirken.
Einsatz: Muskelhartspann, Durchblutungsförderung, Regenerationsunterstützung.
Für wen ist Elektrotherapie besonders geeignet?
Elektrotherapie eignet sich besonders für Patient:innen mit:
akuten oder chronischen Schmerzen
Muskelverspannungen oder Muskelabbau
Bewegungseinschränkungen nach Verletzungen oder Operationen
Arthrose oder degenerativen Gelenkbeschwerden
Nervenreizungen (z. B. Ischias, Neuralgien)
verzögerter Wundheilung oder lokalen Entzündungen
Schwäche nach längerer Immobilisation
Sie ist damit eine wertvolle Ergänzung in der orthopädischen, neurologischen und sportphysiotherapeutischen Behandlung.




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