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Physiotherapie und Osteopathie – Unterschiede, Gemeinsamkeiten und wann welcher Ansatz sinnvoll ist

Mobilisation der Handwurzel durch einen Therapeuten auf einer Therapieliege.

Warum dieses Thema so relevant ist

Rund 80 % aller Menschen leiden mindestens einmal im Leben unter Rückenschmerzen.


Viele davon suchen Hilfe bei manuellen Therapieformen wie Physiotherapie oder Osteopathie. Doch was genau unterscheidet diese beiden Ansätze – und warum gehören sie in vielen Fällen eigentlich zusammen?


Was ist Physiotherapie? – kurz und verständlich erklärt

Physiotherapie ist ein medizinisch anerkanntes Heilmittel und fester Bestandteil des Gesundheitssystems. Sie wird häufig nach ärztlicher Verordnung eingesetzt und verfolgt klare Ziele:

  • Verbesserung von Beweglichkeit, Kraft und Koordination

  • Reduktion von Schmerzen

  • Wiederherstellung von Alltags- und Belastungsfähigkeit


Physiotherapeut:innen arbeiten evidenzbasiert mit:

  • aktiver Bewegungstherapie

  • gezielten Übungen

  • manuellen Techniken

  • edukativen Maßnahmen (z. B. Haltung, Belastungssteuerung)


👉 Physiotherapie ist besonders stark, wenn es darum geht, Funktionen nachhaltig aufzubauen und aktiv zu stabilisieren.


Was ist Osteopathie? – ein anderer Blick auf den Körper

Osteopathie ist eine manuelle Therapieform mit einem ganzheitlichen Ansatz. Sie betrachtet den Körper als funktionelle Einheit, in der alle Systeme miteinander verbunden sind.

Grundprinzipien der Osteopathie:

  • Struktur und Funktion beeinflussen sich gegenseitig

  • Der Körper besitzt die Fähigkeit zur Selbstregulation

  • Der Mensch wird individuell betrachtet


Osteopath:innen arbeiten auf drei Ebenen:

  • Parietal (Muskeln, Gelenke, Faszien)

  • Viszeral (innere Organe und deren Beweglichkeit)

  • Neurofaszial & funktionell (Zusammenspiel von Nervensystem und Gewebe)

👉 Osteopathie stellt weniger die einzelne Diagnose in den Mittelpunkt, sondern die funktionellen Zusammenhänge im gesamten Körper.


Es ist jedoch zu betonen, dass die meisten Osteopath:innen aus der Physiotherapie kommen und dieses ganzheitliche Denken bereits verinnerlicht haben und in der Osteopathieausbildung weiter professionalisieren.


Wo liegen besondere Stärken der Osteopathie?

Osteopathie kann vor allem dann Vorteile bieten, wenn:

✔ Beschwerden komplex oder wiederkehrend sind

✔ Schmerzen bestehen, ohne dass klare strukturelle Schäden vorliegen

✔ Symptome nicht dort entstehen, wo sie spürbar sind

✔ andere Therapieansätze nur begrenzten Erfolg hatten

Beispiel: Rückenschmerzen können mit eingeschränkter Organbeweglichkeit, Atemmechanik oder faszialen Spannungen zusammenhängen – Aspekte, die in der Osteopathie gezielt untersucht werden.


Studien zeigen, dass osteopathische Behandlungen bei bestimmten muskuloskelettalen Beschwerden zu Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung beitragen können, auch wenn die Evidenz je nach Indikation unterschiedlich stark ist.


Ist Osteopathie besser als Physiotherapie?

Nein. Und umgekehrt auch nicht.

Beide Therapieformen haben:

  • unterschiedliche Stärken

  • unterschiedliche Herangehensweisen

  • unterschiedliche Schwerpunkte


Die aktuelle wissenschaftliche Literatur zeigt:

  • Physiotherapie ist sehr gut untersucht, besonders im Bereich Training, Rehabilitation und Prävention

  • Osteopathie zeigt vielversprechende Effekte bei bestimmten Beschwerdebildern, vor allem im Bereich unspezifischer Schmerzen und funktioneller Störungen


Der Therapieerfolg hängt weniger von der Methode ab – sondern davon, ob der richtige Ansatz zur richtigen Zeit gewählt wird.


Warum Physiotherapie und Osteopathie zusammengehören

In der Praxis ergänzen sich beide Ansätze besonders gut:

  • Osteopathie kann helfen, funktionelle Einschränkungen zu lösen

  • Physiotherapie kann darauf aufbauen und Stabilität, Kraft und Belastbarkeit entwickeln


Viele moderne Praxiskonzepte kombinieren deshalb beide Therapieformen – immer angepasst an die individuellen Bedürfnisse der Patient:innen.



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