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Parkinson-Therapie: Der interdisziplinäre Ansatz in der Physiotherapie und Ergotherapie


Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die weltweit etwa 200.000 bis 400.000 Menschen betrifft, wobei die Zahl mit zunehmendem Alter steigt. Trotz der Bedeutung der Physiotherapie für eine Verbesserung der Lebensqualität erhalten laut aktueller Studien nur etwa 36 % der Parkinson-Patienten eine physiotherapeutische Behandlung. Dies zeigt einen klaren Bedarf an verbesserten Versorgungsstrukturen und interdisziplinären Therapieansätzen, die auch andere Heilmittelerbringer einbeziehen könnten.


Die S3-Leitlinie: Was wird empfohlen?

Die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) betont die Bedeutung einer physiotherapeutischen Versorgung für Parkinson-Patienten, unabhängig vom Stadium der Krankheit. Das beinhaltet unter anderem spezifische Trainings wie Gangtraining, Gleichgewichtsschulung, Kraft- und Ausdauertraining sowie die präventive Sturzprophylaxe. Eine systematische Behandlung hat positive Auswirkungen auf die Lebensqualität und reduziert motorische Einschränkungen.

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass in den aktuellen Leitlinien nicht alle Heilmittelerbringer (wie z.B. Ergotherapeuten, Logopäden und andere Fachkräfte) explizit erwähnt werden, obwohl auch diese eine entscheidende Rolle in der ganzheitlichen Versorgung von Parkinson-Patienten spielen. Diese Berücksichtigung würde die interdisziplinäre Zusammenarbeit erheblich stärken.


Interdiszipli

näre Ansätze: Mehr als nur Physiotherapie

Neueste Forschungen und klinische Studien belegen, dass ein interdisziplinärer Therapieansatz, der Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und gegebenenfalls auch psychologische Betreuung umfasst, besonders effektiv bei der Behandlung von Parkinson ist. Die ganzheitliche Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen bietet den Patienten zahlreiche Vorteile:

  1. Physiotherapie: Sie bleibt die Grundlage der Behandlung, vor allem zur Verbesserung der Beweglichkeit, des Gleichgewichts und der Muskelkraft. Studien zeigen, dass intensive, multimodale Bewegungsprogramme, die sowohl kognitive als auch motorische Übungen beinhalten, die motorischen Fähigkeiten verbessern und die Lebensqualität steigern können.

  2. Ergotherapie: Ein wesentlicher Bestandteil der Parkinson-Therapie, besonders im Hinblick auf die Verbesserung der Alltagsfähigkeiten. Ergotherapeuten arbeiten gezielt an der Handlungsfähigkeit der Patienten, um die Selbstständigkeit und die Lebensqualität zu fördern. Dies ist ein Bereich, der oft noch zu wenig beachtet wird, obwohl er für die Patienten von größter Bedeutung ist.

  3. Logopädie: Für viele Parkinson-Patienten stellt die Sprach- und Schlucktherapie eine wichtige Ergänzung dar, um die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern.

  4. Psychologische Unterstützung: Da Parkinson oft mit depressiven Symptomen und kognitiven Einschränkungen einhergeht, ist eine psychologische Begleitung ein wichtiger Bestandteil des interdisziplinären Ansatzes.


Neueste Entwicklungen und Trends in der

Parkinson-Therapie

In der jüngeren Vergangenheit haben sich neue, innovative Therapieansätze durchgesetzt. Insbesondere die Integration von Exergaming und virtueller Realität in die physiotherapeutische Behandlung zeigt vielversprechende Ergebnisse. Diese Technologien kombinieren Bewegung mit spielerischen Elementen und können so die Motivation und Adhärenz der Patienten erheblich steigern. Diese Therapieansätze werden zunehmend als ergänzende Methoden zur traditionellen Physiotherapie eingesetzt und haben das Potenzial, die therapeutischen Ergebnisse bei Parkinson-Patienten weiter zu verbessern.

Darüber hinaus zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass die Verwendung von tragbaren Geräten, die Bewegungen messen und Feedback geben, die Fortschritte der Patienten noch genauer und individueller steuern lässt. Diese Geräte können sowohl im Training als auch in der Therapieplanung helfen, die Behandlung besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abzustimmen.


Unsere Praxis: Ein interdisziplinärer Ansatz für Ihre Gesundheit

In unserer Praxis setzen wir auf den interdisziplinären Ansatz und arbeiten eng mit unseren Patienten zusammen, um individuelle Therapiepläne zu erstellen, die alle relevanten Bereiche abdecken. Unsere Physiotherapeuten und Ergotherapeuten stimmen ihre Behandlung eng ab, sodass eine optimale Versorgung gewährleistet ist. Der ganzheitliche Ansatz ermöglicht es uns, nicht nur die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, sondern auch die alltäglichen Fertigkeiten und die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig zu steigern.

Wir sind überzeugt, dass durch die Kombination von Physiotherapie, Ergotherapie und gegebenenfalls weiteren Therapieformen wie Logopädie und psychologischer Betreuung ein effektiveres Behandlungsergebnis erzielt wird. Diese Zusammenarbeit ist für uns als Praxis ebenso wichtig wie für unsere Patienten, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.


Fazit

Die interdisziplinäre Parkinson-Therapie stellt einen entscheidenden Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität der Patienten dar. Während die S3-Leitlinie klar die Rolle der Physiotherapie in der Behandlung von Parkinson unterstreicht, bleibt der interdisziplinäre Ansatz bislang unzureichend abgebildet. Hier muss in der Zukunft noch stärker auf die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Heilmittelerbringern gesetzt werden, um eine ganzheitliche Versorgung zu gewährleisten. Unsere Praxis setzt auf diese interdisziplinäre Zusammenarbeit und begleitet Sie auf Ihrem Weg zu mehr Lebensqualität.

 
 
 

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